Erstflug Speed 5 15 - als Matten-Neuling...

Marc66

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#1
Hatte schon eine Weile mit dem Gedanken an eine Matte für Leichtwind spekuliert (letztes Jahr war noch der Speed 4 18 auf der Wunschliste) und hab dieses Jahr nun einen gebrauchten 15er Speed 5 samt Bar für einen fairen Preis bekommen. Gemäss Tests soll der Speed 5 deutlich schneller drehen und leistungsmässig beinahe an den 18er rankommen, da kam es mir gerade recht, dass der 15er noch bisschen mehr Depower hat und somit auch noch problemlos zu halten ist, wenn der Wind dann doch mal etwas mehr anzieht (wenig bis zu wenig Wind ist ja eines, da kann man zur Not noch zurückschwimmen, bei Hack wird's dann defintitiv nicht mehr lustig und mit einer Matte welche sich nicht einfach tot aufs Wasser legt, kann das gar gefährlich werden).

Tja nun: Wie fligt sich denn nun so eine Matte, wenn man davon abolut keine Ahnung hat und zum Vergleich einen Rebel in 13m hat (was mein Lieblingsschirm ist) bzw. als Alternative zum vorherigen Core XR 17 LW das Leichtwindprogramm abrundet? (der XR war in den letzten 2 Saison mein Hauptschirm, hat echt Spass gemacht, nur war das Startverhalten bei unter 8 Knoten nicht optimal, weshalb ich etwas wollte was hier bisschen besser abschneidet).

Nach momentanem Stand meiner Erfahrung (knapp 6 Stunden am Spot, Wind anfangs etwas über 7 kn dann zunshmend zwischen 9- 12+ Knoten, im Schnitt 10+): man sollte sattelfest im Schwimmen sein. War 3x draussen, 2x hat es den Schirm dermassen zerknüllt, dass an einen Wiederstart nicht zu denken war (beide male genau gleich: etwas Windabdeckung , keine Spannung mehr auf den Leinen, Schirm produziert einen Frotstall in Fahrtrichtung am Tipp, der Schirm klappt dort ein und das "Packet" wird hinter die restlichen Leinen gedrückt, d.h. die Unterseite wird angeströmt und schaut degen den Fahrer, dann dreht der noch offene Flügel um das Knäule und das ganze Bonbon fällt drucklos vom Himmel - sieht dann aus wie ein ausgewrungenes Handtuch welches in welches man einen halben Knoten reingemacht hat). Mal ernsthaft: selbst im Stehrevier (oder beim Snowkiten) sehe ich nicht, wie ein solches Klüngel jemals wieder startfägig gemacht werden sollte, auf dem See ist da Schwimmen angesagt (zum Glück war ich beide Male nur rund 100 Meter vom Ufer entfernt - und ausgelöst hat der Schirm bei dem wenigen Wind keinerlei Druck mehr erzeugt).

Kann/muss man wohl als Anfängerproblem abtun, aber wer Leichtiwnd abdecken will, sollte sich dringend überlegen ob er da nicht doch lieber beim einer aufblasbaren Variante bleiben soll. Weil: selbst wenn man damit aus dem Wasser will, sind die aufblasbaren Varianten einfacher. Der Speed 5 hat nur eine einzige (kleine!) Entlüftungsöffnung, selbst beim Zusammmenpacken auf Rasen hat es deutlich länger gedauert den Schirm zusammenzulegen als das mit einer aufblasbaren Version der Fall ist- man bekommt einfach die Luft nicht raus. Wenn man das nun gerade so knapp den Grund berührend in Ufernähe versucht, wird es zumindest eklig (konnte das Tuch wenigstens aufs Waveboard drücken, mit dem Twintip würde das auch nicht gehen) - falls man das mitten auf dem See versuchen müsst, weiss ich nicht wie man das anstellen sollte.

Anders gesagt: das Handling, so nett es auch ist keine Pumpe zu bemühen, ist keinesfalls einfacher als bei einer aufblasbaren Variante. Und bis man alle Leinen (zig-fach, vor allem weil die Hauptleinen grau sind und man die kaum sieht) kontrolliert hat, ist man auch eim aufstellen nicht schneller als bei einer aufblasbaren Version. Nett hingegen die super Beschriftungen von Flysurfer, da kann man eigentlich nichts falsch anknüpfen)

Alles somit "schlecht"? Nein, aber eben - anders (und zwar deutlich). Fangen wir mit dem Start an, da kann man selbst bei 12 Knoten problemlos voll in der Powerzone starten und den Schirm auch rückwärts stallen und wieder selber landen. In Neuveville ist das insofern super, weil man den ganzen Rasen zum Landen hat und die Bremsleinen am Zaun einhängen kann (ich hab zur Sicherung einfach mein Trapez ausgezogen die Safety-Leash durch den Zaun gezogen und dort die Bremsleinen eingehängt), wie das an Spots mit auflandigem Wind funktioneren soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Der Schirm lässt sich selbst bei sehr wenig Wind (und dazu war er auch durchnässt und somit deutlich schwerer als trocken) problemlos selber starten, auch wenn die Tipps schon mal etwas Zeit brauchen bis sie gefüllt sind, hatte mal sogar einen echt üblen "Verhänger", da musste ich den Schirm mehrmals stallen bis der sich gelöst hat. Bin mir noch nicht 100% sicher, aber ich glaube wenn man ein ganz klein wenig Adjuster reinmacht dann ist der Start etwas einfacher (war leider zu unkonstant um das auszutesten). Beim Landen war ich dann doch überrascht wie viel Platz man braucht, denn selbst wenn der Schirm rasch runter kommt, rennt man doch entliche Meter weil man dem Druck nichts entgegenzusetzen hat, auch hier somit VIEL Platz einplanen an Spots mit auflandigem Wind!.

Wenn der Schirm mal gut angeblasen ist (rund 10 Kn) dann steht er bockstabil am Himmel, keinerlei Tendenz abzuschieren. Auch kann man die Bar (leider zu wenig Volumen, säuft ab im Wasser!) loslassen, der Schirm bleibt ohne Mucken stehen (das ist mit dem Rebel anders, den muss man bei wenig Wind immer kontrollieren, sonst stürzt er auf eine Seite ab, auch der Core mochte es da bisschen bewegt zu werden). Kehrseite: will man den Schirm "tauchen" (zum Start) dann braucht es Zeit. Ich habe mal gezählt: Bar voll eingeschlagen (habe eine 60er Bar welche eigentlich für die grösseren Grössen vorgesehen ist) - und es dauerte ganze 6 Sekunden bis der Schirm sich endlich auf den Weg gemacht hat abzudrehen (ok, war wohl gerade etwas weniger Wind als 10 kn, ist auf dem Wasser immer schwer abzuschätzen). Auch beim Fahren mag der Schirm eher einfach gestellt seine Power entfalten, richtig Sinus fliegen (mit dem Rebel kann ich 8en fliegen wenn's sein muss) geht einfach nicht - mein Bedauern all denen welche Speed's vorheriger Generationen fliegen welche gemäss Tests noch deutlich träger reagieren sollen... Umstellen muss man sich auch bei der Depower: während man beim Rebel bei einer Bö einfach ein paar Zentimeter die Bar hochschiebt (bzw. bei einem Windloch leicht anpowert um den Schirm direkt in der Powerzone zu halten), regiert der Speed anders. Einerseits dauert es (wieder) ein paar Sekunden bis überhapt was passiert - und dann ist nicht einfach weniger Druck da sondern fliegt der Schirm weiter ans Windfenster (ist wohl Race-Schirmen noch krasser). Irgendwie will das Verhalten nicht so richtig zum Waveboard (immer noch Versuch mit Strapless) passen, denn da brauch ich einfach einen Schirm der immer ganz genau das macht was man will, und zwar sofort. Vom Druck her schwierig abzuschätzen (der ist schon da, nur eben so bisshen "Gummi-mässig"), aber eventuell passt das Ganze einfach besser zu einem Bidi bei welchem man über die Kante dem Schirm noch bisschen mehr Reaktionen abverlangen kann?

Im Moment bin ich noch nicht überzeugt, dass eine Matte das bringt was ich mir versprochen habe (dreht deutlich langsamer als der 17 XR, hat nicht merklich mehr Druck als der 13er und lässt sich als Bonbon nicht mehr starten, ist in allen Reaktionen deutlich langsamer als meine bisherigen grossen Schirme und ist weder schneller auf- noch abgebaut, einzig das er länger und stabiler in der Luft bleibt und dass der Bardruck deutlich weniger hoch als beim XR (und auch etwas weniger als beim Rebel) ist, mag im Moment überzeugen. Werde den Schirm auch mal beim Snowkiten versuchen, wenn mich das da auch nicht so richtig Spass macht, werde ich wieder auf aufblasbare Varianten umsteigen (vielleicht wird man auch einfach mal zu alt um noch was neues zu probieren?)

Marc
P.S. Fahrer ca. 80 Kilo + Ausrüstung (Wahnsinn wie schwer der 5mm Anzug wird, wenn das flauschige Plüsch mal mit Wasser vollgesogen ist), Celeritas 5.8 / Jaime 136, pro Jahr inkl. Ferien ca. 20 Stunden auf dem Wasser, fahre sonst Rebel aus 2012 (13/9/7) und hatte vorher als LW Schirm einen XR2 17 LW.
 

Marc66

Aktiver Forum User
#2
Ach so: bei <10 Knoten konnte ich mit dem Waveboard definitiv die Höhe nicht halten und bei knapp 8 Knoten musste man beim Start ein paar Meter gegen den Wind laufen und den Schirm an den Hauptleinen hochziehen, die Angaben vom FS (8-22 Knoten auf Wasser) kommen da nur sehr annähernd hin (vermutlich 75 Kilo in Komplettausstattung mit einer Monster-Door, dann könnten die 8 Kn passen), die 6 Knoten für Land bzw. Foil kann ich in keinem Fall nachvollziehen, bei so wenig Wind lässt sich der Schirm schlicht nicht übe die Bar steuern. Bei rund 12 Knoten war alles OK, nur - da funktioniert auch mein 13er Rebel super, auf Dauer werde ich mir somit überelgen müssen ob ich den Rebel tausche (12m würde auch genügen) oder eben die Matte nicht das ist was für mich passt.
 

MarkusK

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#3
Ich hab sehr wenig Erfahrung mit Flysurfern, aber hier ein paar Dinge, die ich mit meinen HQ Matrixx gelernt habe, und die mit den FS sicher ähnlich funktionieren:

* Zusammenpacken auf dem Wasser: Luftauslass öffnen, Sack rausziehen, beide Tips aufeinander legen, Bar drauf, und alles zusammen aufrollen.

* Kite drehen bei extrem schwachem Wind, wenn er auf vollen Bar-Einschlag träge reagiert:
- Etwas depowern vermeidet Backstall und macht den Kite allgemein agiler.
- Bar vorne lassen, damit du die andere Seite nicht ausbremst.
- Schwimmer greifen und beherzt ziehen; u.U. sogar Steuerleine oberhalb des Schwimmers.
-> Meine Matrixx drehen so ohne Murren auf der Stelle.

Bei sehr schwachem Wind ziehe ich am Schwimmer und starte mit Downloop. So hab ich immer genügend Reserve, falls ich den Loop doch mal zu weit angesetzt habe und der Kite droht unten anzuhängen.

Falls die Leinen schon viel erlebt haben, ev. neu trimmen. Meine Backlines werden pro Flugstunde 1-2mm kürzer, und wenn ich praktisch nur noch mit halb gezogenem Adjuster fahre, dann verkürze ich die Frontlines oder hänge Pigtails an die Backlines. Ozone sagt dem "Racelines"; bei HQ vermute ich, das ist der Ort, wo man den tiefen Kaufpreis merkt.

* Bonbon: Das Umklappen einer Seite bei Leichtwind kenn ich nicht. Bei mir kanns ein Bonbon geben, wenn ich nicht aufgepasst habe und der Kite im Zenit bei Flaute trudelt und alle Leine durchhängen. Oder mit dem 7er bei 25-45kn Hackböen, wenn mir der Wind die Schleppkante zwischen den Leinen nach vorne drückt.

Was manchmal hilft ist heftig an den Backlines zu rupfen und wieder loszulassen -- aber nur solange der Kite noch in der Luft ist! Sobald er Wasserkontakt hat nicht mehr heftig ziehen, sonst ziehst du nur den Knoten fest.

Im Wasser habe ich kein Patentrezept. Manchmal hilfts wenn man den Kite quer zum Wind legen kann (idealerweise "korrekte" Seite zum Kiter) und dann die nahe Seite etwas Wind kriegt und überschlagenen Leinen nach hinten/unten drückt.

Gruess,
Markus
 

Marc66

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#5
Besten Dank für die Tipps - muss das alles mal bisschen ausprobieren (nicht einfach, wenn man gerade mal paar Stunden pro Jahr aufs Wasser kommt!)

Bar ist neu und gerade mal paar Stunden geflogen, vertrimmt kann da nichts sein (bei rund 12 Knoten ist der Schirm auch absolut anstandslos geflogen, nur ist das Bargefühl eben "teigig" im Vergleich zu einem Rebel der sozusagen auf jeden Millimeter Bareinschlag und jeden Zentimeter am Trimmer bzw. an der Bar reagiert). Mit dem XR ist das noch etwas schwieriger zu vergleichen, denn da war der Grundzug und der Bardruck viel höher. Ist eben "anders", denn der Druck kommt erst beim Fahren (man kann den Schirm problemlos mitten im Flug stoppen, wenn man z.B. vom Board fällt - während der Core oder der Rebel den Fahrer noch etliche Meter weit mitreisst, bis man ihn wieder im Zenit hat und dort eventuell sogar den Adjuster bemühen muss, damit man nicht ausgehebelt wird), musste noch selten so wenig Draggen.

Was das Entlüften betrifft: wenn Du beim Speed 5 die Entlüftung öffnest (hab's ja nicht nur auf dem Wasser sondern dann auch mit trockengeflogenem Kite auf dem Rasen gemacht), dann passiert erst mal gar nichts. Die Luft bleibt in allen Kammern genau so drin wie wenn der Kite in der Luft steht, die Entlüftung ist etwa so gross wie eine Handfläche, das reicht nicht einmal um die Zellen zu entlüften welche direkt an der Entlüftung sind. Kann man natürlich auch als Vorteil sehen, denn der Kite behält wirklich extrem lange die Luft, nur eben mühsam beim Entlüften (die Öffnung der 3m HQ-Hydra war etwa 3x so gross, nur mal so zum Vergleich).

Bisschen Adjuster war beim Start nett, wie erwähnt zu wenig rumgespielt um mit Sicherheit zu sagen ob das ein Patent-Rezept sein könnte. Ganz grundsätzlich tu ich mich mit der Bar bisschen schwer, da man den Adjuster nicht so genau einstellen kann wie bei den Rebels (vielleicht wird man einfach nur zu verwöhnt?) man hat mit diesem Gurtband-Kram auch schlicht keine echte Referenz wie viel Adjuster drin ist. Zugegeben: ein relatives Luxusproblem, da der Barweg so lang ist, dass man da drüber sehr viel regeln kann - aber ich bin mir eben gewohnt den Schirmdruck ganz genau einzustellen und dann oft den Schirm nur einhändig zu fliegen, das habe ich bei der Matte nicht geschafft.

Das Problem mit dem Bonbon hast Du treffend beschrieben (Schirm relativ hoch geflogen und Windloch), da ist auf keiner der Leinen mehr Spannung drauf, der Schirm "trudelt" - und weil das vordere (untere) Tipp noch bisschen weniger Wind abbekommt, klappt es gegen vorne ein (muss etwas mit dem Anstellwinkel zu tun haben). Liesse sich eventuell mit einem beherzten Griff direkt in die Leinen vermeiden (zur Not den Schirm wohl komplett stallen und versuchen auf den Rücken zu legen), bloss war ich einfach zu wenig schnell und wollte den Schirm wenn möglich gar nicht im Wasser haben.

Wie erwähnt: Anfänger halt, da tut man sich wohl immer etwas schwer. Im Wasser war sowieso Sense, man sieht nicht mal den Unterschied zwischen Front und Backlines und die Bar ist unter Wasser. Mit mehr Wind könnte ich mir vorstellen, dass irgend ein Teil vom Schirm mal Wind bekommt und man wenigstens mal sieht wo oben und unten ist, aber da (zumindest bei mir) der Schirm "in sich" verdreht war (Leinen 1x um den Schirm rum) sehe ich auch nicht, wie man das entdrehen sollte (habe deshalb auch recht schnell komplett ausgelöst, wollte lieber erst mal in Ufernähe kommen). Habe dort versucht einfach eine Leine zu ziehen um den Schirm sozusagen "auszulegen", aber mit den dünnen Flugleinen ist das sehr mühsam, zudem hatte ich dann nur noch mehr Leinen um die Füsse rum, ist auch nicht grad was ich mag.

Na ja, wird schon noch werden.
Marc
 

MarkusK

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#6
Im Wasser war sowieso Sense, man sieht nicht mal den Unterschied zwischen Front und Backlines und die Bar ist unter Wasser
Verstehe ich auch nicht, wie man so was produzieren kann.

wollte den Schirm wenn möglich gar nicht im Wasser haben.
Yup, da braucht's ein bisschen Umgewöhnung wenn man von Tubes her kommt ;-). Eine closed-cell Matte kriegst du immer wieder problemlos vom Wasser hoch wenn sie auf der Hinterkante liegt. Rückwärtsstart kann etwas mehr Arbeit sein (z.B. ohne Brett und Weste...), aber geht auch besser als eine festgesaugte Tube. Wenn der Kite schon etwas tief fliegt, dann gibt es öfters Situationen wo es wesentlich sicherer ist, den Kite kurz zu droppen, und dann direkt aus Lee in den Zenit zu ziehen.

Der Winter kommt schon bald, und Snowkiten ist perfekt um den Kite besser kennen zu lernen.
 

Marc66

Aktiver Forum User
#7
Alles klar, ich bleib dran - und melde mich dann nächstes Frühjahr mal mit einem Update (im Januar gehe ich in Österreich ein Week-End Snowkiten, hoffe natürlich, dass es auch in tieferen Lagen Schnee hat, dürfte schon mal nicht übel sein fürs Handling).
Ich vermute, dass man sich bei jedem Kite ein bisschen umstellen muss, wenn die Bedingungen grenzwertig sind (auch 17er sind vom Himmel gefallen bevor sich der Wind etwas stabilisiert hatte) da tut man sich überall bisschen schwer, vor allem wenn der sich eben auch noch so verdrehen und verheddern kann, dass man keine Ahnung mehr hat wo denn noch oben und unten ist.

Mal testen wenn es etwas mehr Wind hat, ich vermute, dass sich der Schirm dann schneller entfalten kann (zumal der Speed 5 ja im Moment das einsteigertauglichste Modell der Marke ist) und sich somit meine Neulings-Probleme eher mal lösen lassen.

Sollte auch keinesfalls abschreckend gemeint sein, nur etwas relativierend da im Moment ja doch immer mehr Leute bei LW-Material auf Matten (immer mehr sogar auf Race-Matten mit doch noch etwas schwierigerem Handling) setzen und man sich da eben doch erst mal bisschen mehr rantasten muss als wenn man nur von einem Freeridemodell einer Marke zum Freeridemodell einer anderen wechselt.

Am liebsten möchte ich gleich wieder aufs Wasser, aber die Wetteraussichten (insbesondere Temperaturen) sehen doch eher stark nach Saisonende aus - das wird wohl April oder gar Mai bis ich wieder aufs Wasser gehen kann.
 

Marc66

Aktiver Forum User
#8
Update: ich habe den Schirm noch :)
Bin mittlerweile irgendwas zwischen 10-15 Stunden mit dem Ding geflogen, meist so 7-10 Knoten am Bodensee, auch auch paar Stunden an der Ostsee (Saaler Bodden, grösstenteils Stehrevier) mit bis zu 16 Knoten, da musste ich dann doch mal zum Adjuster greiffen (sonst hat Barweg immer gereicht).
Der Schirm ist zwischenzeitlich sehr viel "anständiger" geflogen, anscheinend brauchte er einfach paar Stunden um sich "einzufliegen". Bei "normalen" Bedingungen steht der Schirm sehr schön am Himmel und schmiert doch eher selten mal ab. Bei unkonstanten und böigen Bedingungen (auch am Bodden, vorwiegend als ich Adjuster drin hatte, dort also mit "ordentlich" Wind) hat es mir mehrfach den Schirm invertiert. Man spürt eine leichte Entlastung an der Bar, dann schiesst der Schirm nach vorne und der ganze mittlere Teil "klappt komplett nach hinten. Mit bisschen Glück bleiben die Tipps offen, aber auch nicht immer (dann "kentert" der Schirm komplett durch und fliegt dann "auf dem Rücken" irgendwo in der Gegend rum, no way den wieder zu drehen). Sofortiges Auslösen hat manchmal geholfen (Kite weht aus und legt sich aufs Wasser - mit bisschen Glück ohne verdreht zu sein, aber einmal hat er sich sogar nochmal zusätzlich gedreht, mit so viel verdrehten Leinen war dann auch nichts mehr zu machen), aber mehrfach musste ich nach dem Auslösen dann eben doch das ganze "Päckli" an den Strand bringen, weil sich die Leinen drum rumgewickelt hatten (zudem Schirm in sich mehrfach verdreht), dass selbst im Stehrevier keine Aussicht mehr auf einen Start bestand.

An was das liegt, dass 90% der Zeit alles gut läuft (das der Schirm langsam dreht ist bei der Streckung nicht verwunderlich, war aber schon ein brutaler Unterschied als ich dann direkt auf meinen neuen 9er Neo umgestiegen bin - der ohne Adjuster auch zum Fahren gereicht hat), kann ich nicht sagen. Mit dem Waveboard bei irgendwo was über 8 Knoten zu fahren (erstaunlich: einfach im Zenit stehen gelassen will der Schirm nicht so richtig fliegen, sobald aber Geschwindigkeit ins Spiel kommt funktioniert die Geschichte, insbesondere mit dem Foil) war schon cool, während alle anderen mit Tubes und Bidis nur in der Gegend rumgestanden sind (später sind dann paar 17er aufgetaucht mit Doors, die waren dann doch auch recht sportlich unterwegs, allerdings bei mindestens 10 Kilo weniger Gewicht als ich).

Nett war der Versuch bei unter 10 Knoten zu Foilen, mit der Geschwindigkeit stand der Schirm sehr stabil am Himmel und das hat echt Spass gemacht. Leider ist er mir dann mitten auf dem Bodden ins Wasser gefallen, habe erst da gemerkt, dass es gefühlt eigentlich gar keinen Wind mehr hat (irgendwas war da schon noch, aber zu wenig um den nassen Schirm wieder starten zu können, zumal dort leider kein Stehrevier mehr war). Hab bisschen gewartet ob der Wind noch kommt, war aber nichts (bzw. zu wenig, muss irgendwo um 4-6 Knoten gewesen sein). Beim Versuch die zusammengefaltete Matte (sah noch gar nicht so schlimm aus) über die Leinen schön im Windfenster zu halten um rückwärts zu starten (funktioniert ganz gut inzwischen) hab ich allerdings so viel Wasser in den Schirm geschaufelt, dass da nichts mehr zu machen war. Also mal wieder alles zusammenlegen und versuchen zum Land zu kommen. Nun - schon mal geschwommen mit einer Matte ohne Leinenspannung, dafür einem Foil im Schlepptau? Nicht empfehlenswert. Einerseits muss man schauen, dass das Foil nicht abhaut (das ist viel schneller weg als ein Bidi weils mit jeder Windwelle paar Meter rutscht), andererseits haut man sich entweder die Beine an die scharfen Teile vom Foil oder man wickelt sich die Galerie-Leinen vom Kite um die Beine - oder ums Foil - oder um alles zusammen. War echt nicht mehr lustig, am Ende hab ich tatsächlich gecheckt ob das Leinenmesser noch im Trapez ist (hab ein ION Apex, da gehört das Ding dazu), denn wenn da wieder ordentlich Wind gekommen wäre, wäre das nicht mehr gut ausgegangen. Irgendwann hatte ich dann den Schirm so weit zusammengelegt (und wieder geflucht mit dem Mini-Luftauslass, das ist echt ätzend beim Speed 5 bei den grösseren Modellen), dass man versuchen konnte zu schwimmen (alles aufs Board gelegt, allerdings leider nicht sauber weil eben überall noch Wasser und Luftblasen im Schirm waren), mit dem Resultat noch mehr Leinen um die Beine zu haben - zum Glück fahre ich immer mit einer Prallweste welche ein gewisses Auftriebsvolumen hat. Nach rund 1.5 Stunden war ich dann doch mal an Land, konnte dort aber die um die Beine gewickelten Leinen nicht mehr lösen (brutalste Knoten). Da zur selben Zeit dann die Seenotrettung eingetroffen ist welche die Kiteschule gerufen hat weil ich beim eindunkeln nirgends mehr zu sehen war und mein Sohn auf mich wartete, mussten die mir helfen, was dann irgendwann mal geklappt hat. Die haben dann den ganzen Kram aufs Schiff geladen (brauchte dazu 3 Personen der Rettung plus mich, ist kaum vorstellbar wie schwer so ein Schirm wird, wenn mal wirklich viel Wasser drin ist!) und haben mich zum Spot zurückgebracht, Service vom feinsten :)
Nach einer weiteren guten Stunde hatten wir dann die Leinen zu zweit soweit enttüdelt, dass der Schirm wieder flugbereit war, mussten dann schon im halbdunklen noch den Kram ins Auto räumen. Uff.... - die Dusche mit warmem Wasser in der Ferienwohnung hatte ich mir mehr als verdient.

Kurz: nicht mehr ganz Matten-Neuling, aber noch immer weit davon entfernt mit dem Ding problemlos unterwegs zu sein. Schon komisch, dass es mal problemlos klappt (auch bei wirklich ordentlich Druck im Schirm), sich dann aber der Schirm ohne Vorwarnung plötzlich so brutal zerlegt. Müsste ich vielleicht mal den Trimm prüfen (lassen)?

Mal sehen wie ich im 2019 zurecht komme, habe als Alternative inzwischen noch einen Soul in 10m gekauft, mal sehen ob der auch so kurios reagiert (dann liegt es definitiv an mir) oder ob da eventuell der 15er Speed 5 irgendwelche Macken hat welche man erst mal raustrimmen müsste.

In dem Sinne: auf ein neues windiges 2019, mit welchem Schirm auch immer.